Neugierde siegt

am
Bildmaterial von viversum.de

Tja, das mit der wöchentlichen Berichterstattung hat nicht so ganz hingehauen ;-), dafür bin ich jetzt genau im Zeitplan, was die Ereignisse vor einem Jahr betrifft. Den im letzten Beitrag geschilderten Ausflug unternahm ich am 26. Februar, eine Woche später ging es dann mit meiner Wingwomen nochmal in die Gegend. Nicht nur, um ihr – als Bayerin – mal zu zeigen, dass der Norden mehr als Hamburg zu bieten hat, ich kündigte ihr auch eine Mission an, die mir ein wenig Magengrummeln verursachte. Wenig ist dann doch stark untertrieben – SCHIß trifft es besser. Auf meine Befindlichkeit reagierte sie dann auch mit der Gegenfrage, was an Kampfausstattung wir denn brauchen würden – Pfefferspray, ne 45er und zum warm werden eine Flasche Prosecco – das war ihr Vorschlag. Ich stimmte bei letzterem zu und riet ihr zu wetterfester Kleidung, denn nicht immer zeigt sich die Ostsee so schön wie eine Woche vorher.

Der Spaziergang pustete uns beide mächtig durch und dabei erzählte ich ihr ein wenig Vorgeschichte. Denn mit den Besitzern des Hauses und damit gleichzeitig den Verpächtern des Cafés bestanden mal ein sehr enger fast familiärer Kontakt, der sich aber durch meinen Wegzug langsam aufgelöst hatte. Da das Paar bei meinem letzten Kontakt schon sehr betagt war, war ich nicht sicher, ob… Und trotzdem war ich neugierig und wollte so gern mal IN mein altes Café reinschauen. Den Räumen „Hallo“ sagen und mir ihre schöne Geschichte erzählen lassen.

Beim „durch die Scheiben-linsen“ offenbarte sich schon eher ein Bild, das ich lieber nicht gesehen hätte. Ungepflegt und leer, wie eine traurige Seele. Eigentlich wäre ich jetzt einfach wieder gefahren, denn die Türklingel der Hausbesitzer zu betätigen, traute ich mich nicht – ICH nicht, meine Begleiterin schon. Und mit Herzklopfen wartete ich ab, wer uns begrüßen würde – oder würden wir zum Teufel gejagt werden?

Der sehr redselige Hausherr öffnete uns und hatte in meiner Begleiterin sofort eine verwandte Seele gefunden, da er selbst ursprünglich auch ein Kind des Südens ist. Irgendwann im Laufe des Gesprächs meinte meine Wingwomen, dass sie ja sehr gern die Räume des Cafés ansehen würde. Und siehe da, der Vermieter hatte einen Schlüssel und war sofort bereit uns nach unten zu begleiten. So gingen die 2 vor mir in das Café, und ich konnte in Ruhe alles auf mich wirken lassen: die Trostlosigkeit und den Dreck der letzten 10 Jahre. Verwahrlost und abgeranzt – das war mein Fazit. Und als ob das nicht schon genug in der Seele weh tun würde (ich hatte damals ein sehr gut laufendes Geschäft aus persönlichen Gründen abgegeben) machte sich gleichzeitig ein Gefühl bemerkbar, dass ich nur als „ZUHAUSE“ beschreiben kann. Alles zusammen aber trotz allem sehr deprimierend und sogar Angst einflößend, denn meine Wingwomen und der ältere Herr an ihrer Seite planten schon wortreich, was ich denn alles hier im Café machen müsse.

Und so präsentierten sich Lichtschalter, Wände etc…

Ich machte dann erstmal klar, dass ich gar nichts müsse, und überhaupt, Geld für sowas hätte ich nichts und bekommen würde ich auch nirgends was, und einen wunderbar fordernden Job in Hamburg hätte ich ja auch, also DARÜBER müsse man ja wohl so richtig viel schlafen, und was für ne Schnapsidee. Denn hier müßte ja ALLES rundum erneuert werden und das wichtigste Equipment war sowieso nicht vorhanden. Ein Café ohne Ofen und Kaffeemaschine? Und ne Endvierzigerin ohne Kohle! Geht alles nicht PUNKT

OHNE MOOS NIX LOS

ein gesellschaftliches Paradigma !

Paradigmen sind letztendlich Steine/Mauern in unseren Köpfen, die wir nur mit Eigenverantwortung beseitigen können. Erstmal wollte ich aber gar nicht verantwortlich sein. Zumindest nicht für die Umstände meines Lebens, da war schließlich mein Umfeld mit verantwortlich. Dachte ich.

Warum ich mich dann doch entscheiden mußte und wie Verantwortung dann auch bedeutete, meine Umstände und mein Umfeld zu gestalten das gibts nächste Woche ❤

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Der Thomas sagt:

    Liebes Schlauhörnchen,

    manchmal ist es doch gut, wenn man die richtigen Menschen an seiner Seite hat, die einem dann doch die entsprechenden Schubser geben.

    Die Neugierde und der Mut hat gesiegt…

    Liebe Grüsse

    Gefällt 2 Personen

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