Zufriedenheit = Sicherheit = Komfortzone???

Vor rund einem Jahr ging es los. Mein Ausstieg aus dem System, runter von der Couch und rein ins Leben. Wollte ich das? Keine Ahnung. Hatte ich das geplant? NEVER!

Hätte mir vor genau einem Jahr jemand erzählt, dass ich heute in 2020 täglich 11 Stunden arbeite und das auch noch gerne, in meinem eigenen Laden, den ich ohne Kohle aufgebaut habe, ich hätte ihn für völlig GAGA erklärt. Und doch schubst einen das Leben in bestimmte Richtungen.

Zuletzt hatte ich in verschiedenen Anstellungen probiert, ob ich nach Krankheit und Lebenstiefschlägen fachlich und körperlich wieder einigermaßen fit war, fit für eine Vollzeitstelle, fit im Verkauf, fit im Kopf. War ich. Danach testete ich meine Führungsqualitäten und den Umgang mit (fähigen bis unfähigen) Vorgesetzten in großen Unternehmen und eignete mir neues Wissen an, was die Warenpräsentation betraf.

Und dann war ich mal kurz krank, und nutzte die Zeit für einen Ausflug in den hohen Norden mit einem guten Freund und Fotografen. Für all die Südländer unter meinen Lesern: Kiel grenzt nicht an HH und soviel schöne Fotomotive gibts hier zu dieser Jahreszeit nicht. Da muss man suchen. Ende Februar startet die Wahnsinns-Krokusblüte in Husum – und in einem kleinen Dorf unweit Kiels. Eine Gegend, die ich fast 10 Jahre mied, wie der Teufel das Weihwasser. Stellt Euch vor, Ihr habt es aufgegeben, Euer Baby, das Ihr 8 Jahre gepflegt habt, habt ihm einfach den Rücken gekehrt. Den Menschen dort auch. Weil es zu schmerzhaft gewesen wäre – Punkt.

Der Herr Fotograf kam aber leider aus terminlichen Gründen erst spät in die Puschen und in sein Batmobil, so dass die Krokusse in besagtem Dorf schon schliefen und der Sonnenuntergang sich langsam ankündigte. Was lag da näher, als dem Herrn Fotografen – ja, der wiederwillige Ton ist kein Zufall! – eine schöne Stelle am Wasser zu zeigen, an der er sein Stativ aufbauen und seiner Leidenschaft nachgehen konnte. Ich selbst drehte mich nur um die eigenen Achse bei diesem windstillen und sonnigen Wetter, ließ einen wunderbar kitschigen farbenprächtigen Sonnenuntergang auf mich wirken, beobachtete 2 in der Ostsee gründelnde Schwäne und wiederholte immer wieder die eine Frage: “ Bin ich eigentlich bescheuert, dass ich hier weggezogen bin?“

Manchmal muss man weggehen, um zurück kommen zu können.

Nein, letzteres dachte ich nicht – das ist meine Einsicht zum heutigen Zeitpunkt.

Langsam meldete sich der Hunger und beim Durchfahren meines alten Heimatortes zeigte ich dem Batmobil-Besitzer im Vorbeifahren noch „mein altes Café“. Es war aber schon dunkel und außer dem Umriß des Hauses nicht viel zu sehen. Unseren Hunger stillten wir im Restaurant, das eine alte Bekannte betreibt – seit kurzem weiß ich, dass sie wirklich älter ist als ich 😉 . Ein wirklich netter Abend mit leckerem Essen, bis sie beim Espresso beiläufig erwähnte: “ Weißt Du eigentlich, dass Dein Café wieder leer steht?“ DAS war definitiv eine Information, die ich nicht hören wollte. Danke nochmal dafür, liebe J. (Einer muß ja Schuld sein *lach*).

Ich glaube, ich war auf der Rückfahrt nach Hamburg etwas stiller als sonst. „Es“ arbeitete. Ich hatte endlich einen gutgezahlten Job, nette Mitarbeiter, Aufstiegschancen, und doch sowieso kein Geld und keine Möglichkeiten, um…

Hirngespinste! …und so zog es mich gedanklich 1 Woche hin und her, zwischen einer völlig irrationalen Sehnsucht und praktischen Überlegungen. Irgendwie…Neeeee

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Was genau eine Wingwoman ist, und wie sie einen reinreiten kann, und wie man Verantwortung abgeben kann, ohne dass man den Bumerang kommen sieht, das erfahrt Ihr in einer Woche.

Ihr dürft von der Couch aus ca. 1 Jahr Rückblende miterleben, und ich hoffe, es hilft dem ein oder anderen, seinen Traum, seine Bestimmung zu finden 😉

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Der Thomas sagt:

    Etwas Neues zu wagen und unter diesen Voraussetzungen ist es etwas wirklich Besonderes und vor allem mutig und darf Dich stolz machen. Der Fotograf und Freund mit dem Batmobil (welch Beschreibung 😎) und viele anderen haben Dir das zugetraut und nun lebst Du diesen Traum und das ziemlich erfolgreich und mit viel Freude. Manchmal braucht es solche „Augenöffner“, „Mutzusprecher“, ein Batmobil, schöne Fotos und Impulse.
    Mach einfach weiter so…

    Ich habe mich damals selbständig gemacht, weil ich nicht noch nen Tritt in den Hintern erleben wollte, vielleicht war der letzte Tritt auch nur ein Schubs in die richtige Richtung, vielleicht auch unbewusst herbeigeführt, damit ich meinen Plan, der schon länger in mir „wütete“ umsetzen muss/kann… wer weiss das schon?

    Es ist gut so, wie es ist – für Dich und für mich. Mut, Entschlossenheit und Dinge etwas anders anzugehen sind Zutaten für den Erfolg.

    Liebe Grüsse
    Thomas

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